Ziele

Ziele & Strategien des Förderprogramms

 Übergeordnetes Entwicklungsziel

Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung einer der benachteiligsten Provinzen Äthiopiens, der Afar Region ist beschleunigt.

 Direktes Programmziel

Jungen und Mädchen vorwiegend der Chifra Woreda (Distrikt) am Rande der Danakil-Wüste erreichen einen Schulabschluss, der sie befähigt, ihr eigenes Leben zu bestimmen und effektiv zur Entwicklung der Heimatregion beizutragen.

Hauptergebnisse auf dem Weg zum Programmziel

  1. Eine angemessene individuelle Unterstützung ermöglicht jährlich 100 Kindern die Schulerziehung von Kindergarten bis Sekundarschulabschluss (“Abitur”).
  2. Die Schule in Chifra bietet Schülern eine Erziehung von guter Qualität.

Zielerreichung

Die beschriebenen Ergebnisse und Ziele werden nachweislich erreicht: 110 Schüler und Schülerinnen wurden in 2013 unterstützt. 5 Mädchen und 13 Jungen machten in Juni 2014 ihren Sekundarschulabschluss – diesmal noch in Dessie im Hochland, da die Sekundarschule Schule in Chifra erst die Klassen 9 und 10 hat. Einzelheiten finden sich unter „Programm“. Insgesamt haben in den vergangenen 25 Jahren 112 Schüler die Sekundarschule abgeschlossen. Alle fanden Arbeit, ein grosser Anteil der Verwalter in der Region sind Abgänger des Programms, 3 waren bereits Minister in der Provinz, einer war 10 Jahre im Parlament in Addis Abeba.

Die Schule in Chifra wurde 1976 von Mitgliedern des Vereins begonnen, hatte 1979 rund 20 und 1985 ungefähr 350 Schüler. Nun hat der Kindergarten 450 Kinder, die Grundschule 1.700 Schüler, und die Sekundärschule hatte bei bisher nur 2 Jahrgängen im Juni 2014, zu Abschluss des Schuljahres 500 Schüler darunter 43% Mädchen. Das sind insgesamt 2.550 Schüler. Die Qualität des Unterrichts bedarf vor allem in Englisch und den wissenschaftlichen Fächern der Verbesserung.

Schüler vor den Hütten ihres SchuIinternats in Chifra (1977)

Schüler vor den Hütten ihres SchuIinternats in Chifra im blauen T-shirt Awall (1977)

Derselbe Awall als Erziehungsminister der Regionalregierung in Samara (2012)

Derselbe Awall als Erziehungsminister der Regionalregierung in Samara (2012)

 

 

 

 

 

 

Die ueberfuellte Klasse 1 in Chifra (2012)

Die überfüllte Klasse 1 in Chifra (2012)

Die neue Sekundärschule vor der den "Toren" Chifra’s (2012)

Die neue Sekundarschule in Chifra (2012)

 

 Gruende des Erfolges

Der Erfolg des Programms hat hauptsächlich 3 Gründe:

  1.  Klarer Bedarf

Bedarf an Schulbildung war offensichtlich und wurde mehr und mehr von den Afars empfunden. Im Jahr 1980, am Ende des internationalen Noteinsatzes gegen den Hunger gab es in der ganzen Region mit einer Bevölkerung von ungefähr 2 Million Menschen nur 8 reguläre Schulen.

  1. Richtige Strategien
  • Der Verein hatte nie eine Projektstruktur vor Ort. Die Nutzniesser verwalteten sich immer selbst und waren für Ablaufprobleme wie verspätete Abrechungen und Überweisungen selbst verantwortlich. Dadurch wurden Reibungen vermieden und erheblich Kosten eingespart. Ein weiterer Vorteil war, dass das Programm auch ungestört weiterlief, als die Gegend während des Bürgerkrieges von 1985 bis 1989 garnicht zugängig war.
  • Das Vorgehen bei der Förderung wurde durchgehend mit den örtlichen Führern der Afar besprochen, die auch die Schüler aussuchten. Das förderte ein Gefühl des Mitbesitzes und der Mitverantwortung.
  • Die begrenzten Mittel wurden mit Multiplikationseffekt eingesetzt. Beispiele:   Ein „Pfegeleltern-Programm“ ermöglichte Kindern nomadisierender Familien das ganze Jahr ueber die Schule zu besuchen. Während in 1985 noch 42% der Schüler die Schule im Laufe des Schuljahres aufgeben mussten, waren es 2 Jahre später nur noch 5%. Familien, die ihren Mädchen erlaubten das Ziegenhüten aufzugeben und zur Schule zu gehen, bekamen 5 EUR im Monat. In 5 Jahren stieg der Anteil von Mädchen an den Schülern von 5% auf 40%. Gegen den Einsatz von 25.000 Euro für Ausstattungsgüter der Sekundarschule löste die Regional-Regierung 2010 das Versprechen ein, eine Sekundarschule mit 6 Klassenzimmern zu bauen.

      3. Gute Zusammenarbeit

Ohne die gute Zusammenarbeit mit den äthiopischen Partnern wäre unser Beitrag nur ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen. Anfangs stellte die Landessregierung zuverlässlich die Lehrer, seit der Dezentralisierung setzt die Regionalregierung diese Tradition fort, und sie finanziert aus ihrem sehr begrenzten Haushalt auch Gebäude und Ausstattung wie oben beschrieben.                        

 Ausblick

Bei den beiden Hauptergebnissen wird sich das Schwergewicht verschieben. Die individuelle Förderung wird reduziert während die Qualität der Lehre in der Schule in Chifra stärker gefördert werden soll. Dies macht Sinn, da ab 2015 der Sekundarschulabschluss in Chifra gemacht werden kann, weil viele der früheren Absolventen jetzt schon selbst den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlen, und weil eine Verbesserung der Lehre für 2.550 Schülern den grösseren Effekt haben wird. Investitionen lassen sich zudem planen, wie die Mittel verfügbar werden, und der Druck auf den Verein, jederzeit ein ausreichendes Budget für die Foerderung von 110 Schülern zur Verfügung zu haben, reduziert sich.    

Die Sekundarschule Chifra braucht dringend Ausstattung.

Die Sekundarschule Chifra braucht dringend Ausstattung.

Die Qualität der Lehre an der Chifra Schule muss gefördert werden.

Die Qualität der Lehre an der Chifra Schule muss gefördert werden.